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Photo: Kristina Kast

Christina zur Nedden is a freelance text and video journalist who reports in German and English on international affairs, tech and human interest stories.

She writes and produces freelance for WELT, DW, fluter.de, sifted.eu, SPON, FAZ, ZEIT ONLINE, taz.am wochenende and rbb.

2018 /19 head of homepage and editor at watson.de

2017 head of homepage WIRED Germany

Trained at the Evangelische Journalistenschule Berlin

MSc Global Politics London School of Economics with a focus on China

BA European Studies University Maastricht

Medienboard Berlin-Brandenburg grant for her own web series “Auf Arbeit

Christina zur Nedden lives in Vienna, but travels often and is currently working in Southeast Asia.

„Feind unter Flugblättern begraben“ – Was hinter dem Ballon-Krieg steckt

Militärisch will Nordkorea nun doch nicht gegen den Süden vorgehen. Doch die Spannungen an der Grenze bleiben hoch. Pjöngjang plant, Millionen Ballons steigen zu lassen. Diese Form der Kriegsführung hat Tradition. Und ist lange nicht so friedlich, wie sie klingt. 3

„Die Vorbereitungen für die bisher größte Verteilung von Flugblättern gegen den Feind sind fast abgeschlossen“, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA Anfang der Woche. Dazu zeigte sie ein Bild, auf dem vier Menschen Flyer stapeln, bedruckt mit einem Foto des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in neben Zigarettenstummeln und Schmutz. Sie sollen laut KCNA „tief in Südkorea“ verteilt werden.

In den vergangenen Wochen sind die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea stark gestiegen. So drohte Kim Jong-uns Schwester dem Süden mit einer Militäraktion und ließ zuletzt das gemeinsame Verbindungsbüro an der Grenze sprengen.

Des Weiteren kündigte Pjöngjang an, entlang der Grenze Propagandalautsprecher aufstellen zu wollen – und mithilfe von Ballons zwölf Millionen Flugblätter auf die andere Seite zu schicken. Als Begründung für die Flyer-Aktion wurden provokante Flugblätter aus dem Süden angeführt. 

Am Mittwoch verkündete Machtinhaber Kim Jong-un zwar unerwartet, er wolle von der angedrohten Militäraktion gegen den Süden absehen. Doch ob das auch für die Flyer-Aktion gilt, ist unklar. Quellen aus Nordkorea sagten der Webseite „Daily NK“, dass die Flugblätter zwischen dem 25. und dem 28. Juni verteilt werden sollen.

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Göttliches Blut

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un tritt zurzeit auffällig selten öffentlich auf. Seine Schwester Kim Yo-jong rückt dagegen in den Mittelpunkt. Nun wird sie sogar als Nachfolgerin ihres Bruders gehandelt.

Als Nordkorea am Dienstagnachmittag das innerkoreanische Verbindungsbüro in die Luft jagte, war es nicht der Diktator Kim Jong-un, der das Signal dazu gegeben hatte. Es war seine Schwester, Kim Yo-jong: „In nicht allzu langer Zeit wird eine tragische Szene des komplett zerstörten nutzlosen Nord-Süd-Verbindungsbüros zu sehen sein.“

Das Büro steht sinnbildlich für die Annäherung des geteilten Koreas. Kim Yo-jong drohte: „Ich spüre, dass es an der Zeit ist, mit der südkoreanischen Regierung zu brechen.“ Seoul sei „der Feind“.

Die kleine Schwester des Diktators war der Öffentlichkeit bisher als zurückhaltende Assistentin des „großen Anführers“ bekannt. Auf Aufnahmen mit ihrem mächtigen Bruder hielt sie sich stets eher im Hintergrund. Doch nun tritt sie auf dramatische Weise aus seinem Schatten. Dass sie es war, die die Explosion veranlasst hatte, demonstriert ihren rasanten Aufstieg in Pjöngjangs Machtgefüge.

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Warnung vor Chinas Politik: „Lernt von Hongkong!“

Im Schnellverfahren hat Peking ein Sicherheitsgesetz beschlossen, das Hongkong in seiner Autonomie bedroht. Jede Form von Opposition könne künftig bestraft werden, fürchten Rechtsexperten. Ihre Proteste richten sich nicht nur gegen dieses Gesetz.

Rachel Wang saß in ihrem Büro im Finanzviertel von Hongkong, als sie eine Nachricht auf ihr Handy bekam: „Du bist doch Absolventin, du musst ihnen helfen!“ Dazu ein Video, das drei Mädchen in Schuluniform zeigt, die von bewaffneten Polizisten verfolgt und in einen Hauseingang gedrängt werden.

Es war Mittwochnachmittag, knapp eine Woche nachdem die chinesische Regierung den Plan für ein neues Sicherheitsgesetz in Hongkong vorgestellt hatte. Wang, die früher einmal auf der gleichen Schule wie die Mädchen war und selbst zwei Kinder hat, postete das Video in ihrer Alumni-Gruppe. Mit einem Aufruf zur Solidarität. „Ich fühlte mich machtlos und war verstört“, erzählt sie am Telefon. Ihren echten Namen möchte sie nicht veröffentlichen lassen.

Die junge Frau, die in China geboren wurde und als Kind nach Hongkong emigrierte, ist im Sommer selbst noch auf die Straße gegangen. Doch dann wurden die Proteste nicht mehr genehmigt. Nun drohen Verhaftungen und empfindliche Strafen. „Wer protestiert, dem kann gekündigt werden. Verliere ich meinen Job, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich von einem Festland-Chinesen ersetzt werde“, sagt Wang. Denn gerade auf besser bezahlten Positionen in der Wirtschaft wolle man Peking-treue Mitarbeiter, erzählt sie. „Freunde, die für chinesische Firmen arbeiten, müssen eine Onlinepetition für das Sicherheitsgesetz unterschreiben. Als Beweis sollen sie Screenshots an ihre Arbeitgeber schicken.“

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„Hongkong ist das neue West-Berlin“

Die Familie von Evan Fowler lebt seit fünf Jahrzehnten in Hongkong. Vor zwei Jahren musste der Forscher vor dem Regime in Peking fliehen. Die aktuelle Lage hält er für bedrohlich und erklärt, was die Unterschiede zwischen Hongkongern und Festlandchinesen sind.

WELT: Sie mussten vor zwei Jahren aus  Hongkong in das Vereinigte Königreich fliehen. Wie geht es Ihrer Familie und Ihren Freunden zu Hause im Moment?

Evan Fowler: Sie sind verzweifelt. Alle, mit denen ich gesprochen habe, sind schockiert, ob sie nun politisch sind, an den Protesten teilgenommen haben oder nicht. Die Menschen erkennen nicht mehr das Hongkong, das sie einst kannten – es ist nicht mehr eine Stadt, die ihre Werte widerspiegelt. Sie fühlen sich nicht mehr sicher. 

Einige Menschen suchen nach Möglichkeiten auszuwandern, auch nach Großbritannien. Ob sie ausreisen wollen oder nicht, ist unklar, aber sie wollen die Option haben. Sie wollen sich nicht in einer Stadt gefangen fühlen, die sich nicht mehr sicher anfühlt.

WELT: Im vergangenen Jahr gingen Tausende von Hongkongern auf die Straße, um gegen den Vorschlag eines Auslieferungsgesetzes mit China zu protestieren, der schließlich zurückgezogen wurde. Inwiefern unterscheidet sich das nun von Chinas Volkskongress gebilligte Sicherheitsgesetz von diesem, und sind die Menschen mehr oder weniger besorgt darüber, wie es sich auf sie auswirken könnte?

Evan Fowler

Fowler: Durch ihren Widerstand gegen das Auslieferungsgesetz versuchten die Menschen, die Tür zu China geschlossen zu halten. Sie wollten die Unabhängigkeit ihres Rechtssystems bewahren im Einklang mit dem, was ihnen im 1997 verabschiedeten Grundgesetz versprochen worden war. Das neue Sicherheitsgesetz geht weit über die Auslieferung hinaus – es droht, Hongkong chinesisches Recht aufzuzwingen.

Die Tür ist nun im Wesentlichen aufgestoßen. Es bleibt zwar abzuwarten, wie die Gesetze in Hongkong in Kraft treten und durchgesetzt werden, aber es ist schwer vorstellbar, dass sie nicht gegen Rechte und Freiheiten verstoßen, die angeblich durch das Grundgesetz und die völkerrechtlichen Verpflichtungen Hongkongs garantiert sind.

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Human contact tracing provides valuable clues to COVID-19 infections

While government heads dream of a COVID app as a one-size-fits-all solution to end lockdowns, human contact tracers have been doing detective work to preempt escalating infections in San Francisco, Singapore and Bavaria.

When Lucia Abascal calls a client, she first asks them whether they have a home and enough to eat for 14 days. “There are many homeless people in San Francisco. Not everyone can afford a quarantine.” Abascal, who was born in Mexico and is now a clinician in the US, often speaks to clients in her mother tongue. “The majority of at-risk people in the Bay Area are Latinos. Some have to go outside to work to provide for their large families. This makes them vulnerable to catching the virus.”

Abascal works as a contact tracer. She is part of a 40-person team in San Francisco consisting of public health officials, clinicians, medical students, but also librarians currently out of work. They call the contacts of people infected with COVID-19 and arrange tests for them. If needed, they send food packages or medicine and arrange hotel rooms.

Lucia Abascal works as a contact tracer and clinician in San Francisco
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