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Foto: Kristina Kast

Christina zur Nedden is a freelance journalist and reports in German and English on tech, politics in Southeast Asia and human interest stories.

Her texts and videos appear on welt. de, WELT am Sonntag, dw.com and Financial Times. She has published with fluter.de, sifted.eu, SPIEGEL, FAZ, ZEIT ONLINE, taz.am wochenende and Radio Berlin Brandenburg.

2018/19 CvD and editor at watson.de

2017 CVD head of homepage WIRED Germany

Trained as a journalist Evangelische Journalistenschule Berlin.

MSc Global Politics at the London School of Economics with a focus on China.

BA European Studies University Maastricht

Support of the Medienboard Berlin-Brandenburg for her own web series “Auf Arbeit” (At Work)

Christina zur Nedden lives in Vienna and Southeast Asia

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Indien im Bann der Doppelmutante

In Indien explodiert die Zahl der Corona-Infektionen geradezu. Eine neuartige Mutation des Virus könnte eine Ursache sein. Noch gibt es außerhalb des Landes nur wenige Fälle, unter anderem in Deutschland. Experten in Großbritannien reagieren aber bereits alarmiert.

In Indien nahm die Pandemie zunächst einen verhältnismäßig milden Verlauf. Mitte September vergangenen Jahres verzeichnete die Regierung einen Höchststand an 98.000 täglichen Neuinfektionen, nachdem der erste Fall Ende Januar im Land registriert wurde. Danach sank diese Zahl über die nächsten fünf Monate stetig ab. Insgesamt verzeichnet der südasiatische Staat bisher 15,3 Millionen Fälle und 181.000 Corona-Tote.

Diese Zahlen klingen aus europäischer Sicht erschreckend hoch, in Indien leben jedoch fast 1,4 Milliarden Menschen zum Teil auf engstem Raum zusammen. Das Land stand zwar lange an dritter Stelle der Corona-Negativrangliste, anders als Spitzenreiter USA und Brasilien war es jedoch nicht von Mutationen oder mehreren tödlichen Viruswellen betroffen.

Dies droht sich nun zu ändern. In den Megastädten Mumbai (Einwohner in der Metropolregion: 20 Millionen) und Neu-Delhi (30 Millionen) explodieren die Corona-Fallzahlen. Krankenhäuser und Krematorien sind überlastet.

Zuletzt wurden innerhalb eines Tages 270.000 Neuinfektionen registriert– ein Rekord. Erklärbar ist der Anstieg durch eine gewisse Corona-Müdigkeit, wie viele Länder sie nach über einem Jahr Pandemie derzeit erleben. So badeten kürzlich bei einem hinduistischen Fest Hunderttausende Menschen im Fluss Ganges – ohne Maske und Abstand.

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„Ich klebe mir gern falsche Wimpern an, damit die Message rüberkommt“

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Um Thailands König kritisieren zu können, floh der Professor Pavin Chachavalpongpun nach Japan und gründete eine der größten Facebook-Gruppen der Welt

Für viele junge Thailänder*innen ist Pavin Chachavalpongpun der König ihres Landes – und nicht Amtsinhaber Maha Vajiralongkorn. Bei den andauernden Protesten für mehr Demokratie und Reformen der Monarchie wird Chachavalpongpuns Bild goldgerahmt durch die Straßen getragen. Der Professor (Politik und internationale Beziehungen an der Universität Kyoto) hat im April 2020 die Facebook-Gruppe „Royalist Marketplace“ gegründet, die mit 2,2 Millionen Mitgliedern zu den größten Facebook-Gruppen der Welt gehört und als Initiationsort für die großen Proteste gesehen wird, die ein paar Monate später begannen.

fluter.de: Wenn man gerade nur deutsche Nachrichten verfolgt, wüsste man gar nichts von einer Demokratiebewegung in Thailand. Wird denn noch protestiert?

Pavin Chachavalpongpun: Ja, allerdings etwas weniger: Thailand hat eine neue Covid-Welle erreicht, und vier Anführer unserer Protestbewegung wurden wegen Artikel 112, einem strengen Majestätsbeleidigungsgesetz, festgenommen. In den aktuellen Protesten wird fast ausschließlich ihre Freilassung gefordert. Es fehlen die Forderungen, die die Menschen mal inspiriert haben, auf die Straße zu gehen.

Was waren das für Forderungen?

Die Auflösung des Parlaments, eine neue Verfassung, eine Reform der Monarchie, strenge Grenzen für Maha Vajiralongkorn.

Der König verbringt viel Zeit in Deutschland. Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 stieg er länger in einem Luxushotel in Garmisch-Partenkirchen ab, später in seiner Villa am Starnberger See. Viele Thailänder*innen sind enttäuscht, dass er sein Land mit der Corona-Krise allein lässt, um im Ausland sein luxuriöses Privatleben zu genießen.

Die Protestbewegung hat ihn deutlich kritisiert. Diese wichtigen Forderungen rücken in den Hintergrund, weil die Öffentlichkeit durch die Pandemie weniger über die Monarchie redet. Das spielt dem Regime in die Hände.

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Video skilled the Radio Star

Sie unterrichten auf Zoom, ziehen wieder zu den Eltern oder wechseln ganz den Job: Musikerinnen und Musiker ohne Auftrittsmöglichkeit leiden besonders unter Corona. Fünf erzählen, warum sie das dennoch als Chance begreifen.

Abgesagte Tourneen, Festivals und Konzerte – Musiker und andere Kulturschaffende hat es in der Pandemie besonders hart getroffen. Allein durch gestrichene Livemusik-Veranstaltungen kam es laut dem Branchenmagazin »Pollstar« weltweit zu Verlusten von über 30 Milliarden US-Dollar.

Hinter dieser Zahl stehen zahlreiche Musiker, die sich von klein auf darauf vorbereitet hatten, um die Welt zu reisen und vor Publikum aufzutreten. Wegen des Coronavirus waren ihre Terminkalender auf einen Schlag leer, das stellte sie vor die Frage, wie sie mit dieser schwierigen Situation und der Ungewissheit umgehen sollen – und wann diese sich wohl ändern wird.

Dass Kunst und Kultur in vielen Ländern nicht als systemrelevant eingestuft wurden, stürzte einige Künstler in eine regelrechte Sinnkrise: Wenn die Welt keine Kunst braucht, hat das, was sie tun, überhaupt einen Wert? Andere fanden neue Wege, Musik zu machen und Menschen in der Pandemie Hoffnung durch Musik zu schenken, online oder an ungewöhnlichen Orten wie einem Kaufhaus-Schaufenster.

Der SPIEGEL hat fünf junge Musiker und Musikerinnen aus den USA, Deutschland, Lettland und Südafrika gefragt, wie sie die Pandemie erleben.

Sophia Bacelar, 25, Cellistin in New York

»Ende Januar 2020 saß ich als Gast bei den Grammy Awards, weil ich gerade Botschafterin des zugehörigen Musikbildungsprogramms geworden war. Kurz darauf sollte ich mit dem Komponisten Hans Zimmer auf Tour gehen, und mein Debüt in der Carnegie Hall war für Dezember angesetzt. Meine Karriere ging also gerade steil bergauf, als die Pandemie mit einem Schlag meinen Terminkalender leerfegte. Als entschieden wurde, dass Musik nicht systemrelevant ist, stellte ich meinen bisherigen Lebensweg komplett infrage. Ich spiele Cello, seit ich zwei Jahre alt bin, mit 10 begann ich an der Juilliard School in New York klassische Musik zu studieren, mit 20 spielte ich ein Solokonzert in der Berliner Philharmonie. Wenn Menschen ohne Musik leben können, hatte das, was ich tat, überhaupt einen Wert oder war es vielleicht überflüssig? Ich war deprimiert und entschied, auch aus finanziellen Gründen, für eine Zeit zurück zu meinen Eltern zu ziehen.

Ende Oktober trat ich das erste Mal wieder vor einem ›Publikum‹ auf, der Filmcrew des Violin Channel, für den ich ein Online-Konzert aufnahm. Ich merkte, wie sehr mir das gefehlt hatte, weil Musik meine Art ist, mit Menschen zu kommunizieren. Im März dieses Jahres durfte ich als Teil einer Konzertreihe im Schaufenster des Kaufmann Cultural Center in New York spielen.

Ende Oktober trat ich das erste Mal wieder vor einem ›Publikum‹ auf, der Filmcrew des Violin Channel, für den ich ein Online-Konzert aufnahm. Ich merkte, wie sehr mir das gefehlt hatte, weil Musik meine Art ist, mit Menschen zu kommunizieren. Im März dieses Jahres durfte ich als Teil einer Konzertreihe im Schaufenster des Kaufmann Cultural Center in New York spielen.

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Myanmar: Beim Spielen erschossen – und der Westen schaut zu

Das Regime in Myanmar geht brutal gegen die Bürger vor, auch Kinder werden erschossen. Das Vorgehen der Militärregierung wird international scharf kritisiert, von den USA, der EU und den Vereinten Nationen. Andere Länder lassen statt Worte Taten sprechen.

Zwei Jungen spielen draußen Karten. Ein Mädchen läuft mit einer Kokosnuss im Arm ihrem Vater entgegen, ein anderes sucht bei einer Hausdurchsuchung Schutz im Schoß seiner Mutter. Kurze Zeit später sind alle tot, erschossen von Einheiten der Militärregierung in Myanmar.

48 Kinder sind Berichten der Menschenrechtsvereinigung AAPP zufolge seit dem Putsch vor rund zwei Monaten von bewaffneten Kräften in Myanmar getötet worden. Noch höher dürfte die Zahl der Kinder liegen, die infolge der Gewalt nach dem Putsch verletzt wurden.

Unter ihnen ist zum Beispiel ein einjähriges Mädchen, das von einem Gummigeschoss ins Auge getroffen wurde. Das berichtet die Organisation „Save the Children“. „Fast alle Kinder, die getötet wurden, sind mit scharfer Munition erschossen worden, in vielen Fällen mit Schüssen in den Kopf. Kinder, die erst sechs Jahre alt sind, werden angegriffen und getötet, während sie zu Hause sind oder spielen“, sagt eine Sprecherin von „Save the Children“ in Myanmar WELT AM SONNTAG.

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Musiklieferdienst in Frankfurt am Main: Hallo? Ein Konzert bitte, Westendstraße 25, 3. Stock

Lieferdienste boomen: Pizza, Klamotten, selbst das Kino kann man per Netflix nach Hause bestellen. Aber Livekonzerte? In Frankfurt geht das: Ein Anruf, und Schostakowitsch erklingt im Treppenhaus. Hören Sie selbst.

Ein Mann in Jeans und T-Shirt öffnet erwartungsvoll seine Wohnungstür. Davor wird gerade ein arabisch-andalusisches Volkslied gespielt. Wie die anderen Hausbewohner hat er am Hauseingang den Aushang gesehen, dass hier heute ein Livekonzert stattfindet. Im ganzen Treppenhaus stehen Menschen vor ihren Wohnungen und lauschen dem Konzert der Kontrabassistin Nicola Vock und der Flötistin Johanna-Leonore Dahlhoff.

»Musiklieferdienst« nennt sich das Angebot der Kammerphilharmonie Frankfurt, den Mehrfamilienhäuser sich Sonntagsnachmittags nach Hause bestellen können. In verschiedenen Stadtteilen Frankfurts treten die Musiker zu zweit oder dritt auf und bringen Musik zu Menschen, die diese aufgrund der Pandemie oft ein ganzes Jahr lang nicht live erleben konnten.

»Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Livemusik gehört habe«, sagt Yvonne Gornik, die im ersten Stock wohnt und die Musiker bestellt hat, nachdem sie sie auf Instagram entdeckt hatte. Sie filmt das Konzert mit ihrem Handy, während ihr Mann das gemeinsame Baby hält, das von der Musik wach geworden ist. Die anderen Zuschauer sind im engen Treppenhaus nicht sichtbar, doch am Ende schallt Applaus bis zu den Musikerinnen hinunter, die im Erdgeschoss gespielt haben.

»Es war wunderschön, mal wieder live Musik zu hören und es tut gut die Musiker zu unterstützen«, sagt Gornik. Das Konzert ist kostenlos, doch die Nachbarn haben untereinander Geld gesammelt, das sie dem Duo zum Abschied in einem Umschlag in die Hand drücken. Diese freuen sich, denn obwohl die Konzertreihe vom Kulturamt Frankfurt finanziell unterstützt wird, leiden sie wie viele Musiker finanziell unter den vielen ausgefallenen Engagements.

Den ganzen Text gibt es auf spiegel.de