Category: Politik

Kampf gegen Corona in Asien: Erfolg dank Datenzugriff

Dieser Text erschien zuerst auf dw.com

Ohne Handy kommt man nicht in den Supermarkt: Singapur und Südkorea setzen auf die extensive Nutzung der Daten von Bürgern gegen die Verbreitung von COVID-19. Im Westen will man eher Daten- statt Virenschutz.

Jeden Abend bekommt Janine Dietzel eine SMS der Regierung mit dem Inhalt, dass keine neuen Corona-Fälle registriert wurden. Seit ein paar Wochen sind in Singapur keine lokal verbreiteten COVID-19-Fälle mehr aufgetreten. Dietzel fühlt sich sicher, sie kann sich nicht anstecken. Doch das Sicherheitsgefühl hat eine Kehrseite: “Ich habe keine andere Wahl, als mich den vielen Regeln zu fügen”, sagt sie der DW am Telefon.

Die Regeln fangen an, sobald sie ihre Wohnung in Singapur verlässt. Ihr Handy ist dann immer voll aufgeladen, denn sie braucht es, um sich frei bewegen zu können. “Ich muss mich überall ein- und auschecken.” Wie oft sie ihr Handy zücken muss, erklärt Dietzel am Beispiel eines Besuchs im Einkaufszentrum. Sie scannt es zuerst am Haupteingang, als nächstes, wenn sie drinnen einen der Läden betritt, wenn sie diesen wieder verlässt, und zuletzt, wenn sie aus dem Gebäude wieder auf die Straße hinausgeht. 

Wenn sie also die Shopping Mall und darin vier Geschäfte besucht, wurden ihre Daten zehn Mal gespeichert. “Selbst bei einem kleinen Takeaway-Stand auf dem Markt muss ich mich scannen lassen”, erzählt die Deutsche, die seit drei Jahren in Singapur lebt.

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Atommacht für immer – die große Furcht der Kim-Dynastie

Seit Monaten laufen die Vorbereitungen: Auf Satellitenbildern sind Hunderte Fahrzeuge, Truppen in Formation und neu errichtete Gebäude für Panzer, Militärfahrzeuge und mutmaßlich auch Raketen-Rampen zu sehen. Sogar der Kim-Il-Sung-Platz wurde auf einem Trainingsgelände nachgebaut, um die große Militärparade möglichst realistisch einzustudieren.

Am 10. Oktober feiert Nordkorea den 75. Gründungstag der regierenden Partei – und das Großereignis soll perfekt über die Bühne gehen.

Am Wochenende könnte Machthaber Kim Jong-un daher auch wieder Raketen und möglicherweise sogar eine neue Waffe präsentieren. Dies würde verdeutlichen, dass die Verhandlungen mit den USA im vergangenen Jahr zu nichts geführt haben. Experten glauben ohnehin, dass selbst erfolgreiche Gespräche niemals zu vollständiger atomarer Abrüstung führen werden.

Solange die Kim-Dynastie an der Macht ist, so die Annahme, werde Nordkorea immer eine Atommacht bleiben. Denn das Regime hat eine große Furcht: so zu enden wie Staaten, die ihre Atomwaffen abgegeben haben. 

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Auf eine Pizza in Pjöngjang

Eine Youtuberin namens Un A soll das kommunistische Nordkorea für den Westen weltoffen und wohlhabend präsentieren. Dafür geht sie essen, einkaufen und joggen. Eine Strategie, die bei einigen durchaus aufgeht. Experten haben eine Erklärung.

Un A steht in einem riesigen Konzertsaal, hinter ihr strömen Hunderte junge Menschen mit Mundschutz in Richtung Bühne. „Ich weiß nicht, ob es bei euch auch ‚Youth Day‘ gibt, aber bei uns ist er eines der aufregendsten Ereignisse“, ruft sie und beklatscht die bunt gekleidete Tanzgruppe, die auch beim Eurovision Song Contest auftreten könnte. Die junge Frau mit dem Kurzhaarschnitt lebt nicht in Europa, sondern in Pjöngjang. Un A ist Nordkoreas erste englischsprachige YouTuberin.

Der Kanal „Echo of Truth“, auf dem ihre Beiträge laufen, hat nichts mehr mit Aufnahmen von steifen Militärparaden gemein oder der Staatspropaganda mit 80er-Jahre-Flair, für die die Diktatur bisher bekannt war. In ihren Videos mit Titeln wie „What’s up Pyongyang?“ isst sie Pizza, geht joggen, oder in einen Freizeitpark.

Ihre Landsleute erreicht sie damit nicht, in Nordkorea ist der Zugang zum Internet der Elite vorbehalten. Doch das ist auch gar nicht das Ziel: Un A soll, in fließendem Englisch, junge Menschen im Ausland ansprechen und ihnen ein Nordkorea zeigen, das durch Menschlichkeit und Harmonie überzeugt.

Die kommunistische Diktatur experimentiert bereits seit einigen Jahren mit sozialen Medien. In den letzten Wochen jedoch haben die Beiträge von Un A und anderen jungen Moderatorinnen stark zugenommen. Sie präsentieren Nordkoreas vermeintlichen Alltag und sollen aus dem Westen stammende „Fake News“ über ihr Land entlarven.

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„Feind unter Flugblättern begraben“ – Was hinter dem Ballon-Krieg steckt

Militärisch will Nordkorea nun doch nicht gegen den Süden vorgehen. Doch die Spannungen an der Grenze bleiben hoch. Pjöngjang plant, Millionen Ballons steigen zu lassen. Diese Form der Kriegsführung hat Tradition. Und ist lange nicht so friedlich, wie sie klingt. 3

„Die Vorbereitungen für die bisher größte Verteilung von Flugblättern gegen den Feind sind fast abgeschlossen“, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA Anfang der Woche. Dazu zeigte sie ein Bild, auf dem vier Menschen Flyer stapeln, bedruckt mit einem Foto des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in neben Zigarettenstummeln und Schmutz. Sie sollen laut KCNA „tief in Südkorea“ verteilt werden.

In den vergangenen Wochen sind die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea stark gestiegen. So drohte Kim Jong-uns Schwester dem Süden mit einer Militäraktion und ließ zuletzt das gemeinsame Verbindungsbüro an der Grenze sprengen.

Des Weiteren kündigte Pjöngjang an, entlang der Grenze Propagandalautsprecher aufstellen zu wollen – und mithilfe von Ballons zwölf Millionen Flugblätter auf die andere Seite zu schicken. Als Begründung für die Flyer-Aktion wurden provokante Flugblätter aus dem Süden angeführt. 

Am Mittwoch verkündete Machtinhaber Kim Jong-un zwar unerwartet, er wolle von der angedrohten Militäraktion gegen den Süden absehen. Doch ob das auch für die Flyer-Aktion gilt, ist unklar. Quellen aus Nordkorea sagten der Webseite „Daily NK“, dass die Flugblätter zwischen dem 25. und dem 28. Juni verteilt werden sollen.

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Göttliches Blut

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un tritt zurzeit auffällig selten öffentlich auf. Seine Schwester Kim Yo-jong rückt dagegen in den Mittelpunkt. Nun wird sie sogar als Nachfolgerin ihres Bruders gehandelt.

Als Nordkorea am Dienstagnachmittag das innerkoreanische Verbindungsbüro in die Luft jagte, war es nicht der Diktator Kim Jong-un, der das Signal dazu gegeben hatte. Es war seine Schwester, Kim Yo-jong: „In nicht allzu langer Zeit wird eine tragische Szene des komplett zerstörten nutzlosen Nord-Süd-Verbindungsbüros zu sehen sein.“

Das Büro steht sinnbildlich für die Annäherung des geteilten Koreas. Kim Yo-jong drohte: „Ich spüre, dass es an der Zeit ist, mit der südkoreanischen Regierung zu brechen.“ Seoul sei „der Feind“.

Die kleine Schwester des Diktators war der Öffentlichkeit bisher als zurückhaltende Assistentin des „großen Anführers“ bekannt. Auf Aufnahmen mit ihrem mächtigen Bruder hielt sie sich stets eher im Hintergrund. Doch nun tritt sie auf dramatische Weise aus seinem Schatten. Dass sie es war, die die Explosion veranlasst hatte, demonstriert ihren rasanten Aufstieg in Pjöngjangs Machtgefüge.

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