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Indien: Der mächtigste Player im globalen Kampf um den Impfstoff

Bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs liefern sich China, USA, Russland und Europa ein Wettrennen. Es geht um internationales Ansehen und um Einfluss. Wer auch immer sich vorne sieht: An Indien kommt niemand vorbei. Das Land ist der mächtigste Akteur in diesem Kampf. 1

„Ich bin der festen Überzeugung: Impfstoffe, Tests und Medikamente müssen weltweit verfügbar, bezahlbar und zugänglich sein“, erklärte Angela Merkel bei einer Covid-19-Geberkonferenz im Juni. Auch Chinas Präsident Xi Jinping sagte, sein Land werde einen Impfstoff als „globales öffentliches Gut“ zur Verfügung stellen.

Alles leere Worte? Längst ist ein globaler Machtkampf um die Entwicklung eines Impfstoffs ausgebrochen. Er erinnert an den Wettstreit, welches politische System zuerst die Mondlandung schafft. Denn: Wer als erstes seine Bevölkerung immunisieren kann, gewinnt international an Prestige und kann früher als andere seine Wirtschaft öffnen. Anstatt globaler Solidarität und Bevorzugung der Bedürftigsten zeigt sich eine Art „Impf-Nationalismus“ und ein Verteilungskampf um die vielversprechendsten Impfstoffe, noch bevor klinische Tests abgeschlossen sind.

Derzeit sind weltweit mehr als 155 Covid-Impfstoffe in Entwicklung, 23 davon werden an Menschen getestet. In Russland werden Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung im staatlichen Fernsehen gezeigt. Es sollen bereits zwei Testrunden an Soldaten stattgefunden haben. Auch in China soll Ende Juni ein eigener Impfstoff für das Militär zugelassen worden sein.

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Human contact tracing provides valuable clues to COVID-19 infections

While government heads dream of a COVID app as a one-size-fits-all solution to end lockdowns, human contact tracers have been doing detective work to preempt escalating infections in San Francisco, Singapore and Bavaria.

When Lucia Abascal calls a client, she first asks them whether they have a home and enough to eat for 14 days. “There are many homeless people in San Francisco. Not everyone can afford a quarantine.” Abascal, who was born in Mexico and is now a clinician in the US, often speaks to clients in her mother tongue. “The majority of at-risk people in the Bay Area are Latinos. Some have to go outside to work to provide for their large families. This makes them vulnerable to catching the virus.”

Abascal works as a contact tracer. She is part of a 40-person team in San Francisco consisting of public health officials, clinicians, medical students, but also librarians currently out of work. They call the contacts of people infected with COVID-19 and arrange tests for them. If needed, they send food packages or medicine and arrange hotel rooms.

Lucia Abascal works as a contact tracer and clinician in San Francisco
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„Statt Ärger zu machen, werdet ihr von mir ins Grab geschickt“

Länger als Wuhan: Der längste Corona-Lockdown der Welt gilt auf den Philippinen. Für Menschen, die ihre Häuser verlassen, weil sie hungern, hat der berüchtigte Präsident Duterte einen Satz übrig: „Erschießt sie!“

Wir haben in den letzten zweieinhalb Monaten nur drei Essenspakete mit Konservendosen und Reis von der Regierung bekommen“, erzählt Merck Maguddayao am Telefon. Der 33-jährige Filipino verteilt selbst gemeinsam mit Gastronomen Essen an Menschen in Slums, die ärmer sind als er. Die Hilfen der Regierung kommen dort nicht an oder reichen nicht aus.

„Erschießt sie!“ Mit diesen Worten drohte Präsident Rodrigo Duterte Filipinos, die trotz des Lockdowns auf die Straße gingen, weil sie hungerten. In der Mega-Metropole Manila herrscht seit mehr als zwei Monaten Ausgangssperre, nicht immer erreichen Soforthilfen die Bewohner der Armenviertel. 

Der Lockdown wird mit Einsatz des Militärs, Verhaftungen und Einschränkung der Pressefreiheit durchgesetzt. Und das Virus hat leichtes Spiel: Der 7000-Insel-Staat hat die überfülltesten Gefängnisse der Welt und wird regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht, die Menschen in Evakuierungszentren dicht zusammendrängen.

Merck Maguddayao ist 33 Jahre alt und lebt im Nordosten Manilas

Maguddayao wohnt mit seiner Familie in Batasan Hills, im Nordosten der 13-Millionen-Metropolregion Manila, einem der am dichtesten besiedelten Orte der Erde. Seit dem 16. März herrscht hier eine Ausgangssperre, die von ihrer Härte mit der in Wuhan vergleichbar ist. Nur dass er hier insgesamt 80 Tage dauern soll, mehr als zehn Wochen also – länger als in Italien, länger als in Spanien, länger als die 76-Tage-Quarantäne in China.

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Eine Annahme unterscheidet Skandinavien und Deutschland

Als Kinder in Dänemark Mitte April zurück in die Grundschule und den Kindergarten kamen, durften sie ihre Freunde nicht umarmen. Zwei Meter Abstand zwischen den Tischen, alle zwei Stunden werden Hände gewaschen und Türgriffe desinfiziert, überall stehen Schilder, die daran erinnern, sich nicht zu nahe zu kommen. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen und so oft wie möglich auch in Parks und auf Spielplätzen statt. Viel Aufwand, aber dafür endlich wieder ein Stück Normalität, von dem viele deutsche Kinder und Eltern derzeit nur träumen können.

Bisher hatte die Bundesregierung vor allem warme Worte für Familien übrig. Einen einheitlichen Plan für die Öffnung von Schulen und Kitas gibt es nicht, die Länder sollen sich ein Konzept überlegen. Es ist geplant, Schulen bis zu den Sommerferien langsam wieder zu öffnen, an qualitativem Fernunterricht mangelt es jedoch vielerorts. Eine Gruppe von Bildungsökonomen warnte nun, dass dies lebenslange finanzielle Nachteile für Deutschlands Kinder und die gesamte Wirtschaft haben wird.

In nordeuropäischen Ländern wie Dänemark, Norwegen oder Schweden waren Betreuungs- und Bildungseinrichtungen für die Kleinsten nie geschlossen oder wurden vorrangig wieder geöffnet. Ein Blick auf die Infektionszahlen zeigt, dass ein breites Wiederaufflackern der Epidemie in Dänemark beispielsweise bislang ausgeblieben ist, in Schweden sind vor allem Menschen in Altersheimen infiziert. Zeigt dies, dass von Kindern keine große Ansteckungsgefahr ausgeht? Und könnte Deutschland davon lernen?

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Schwedens Sonderweg im Faktencheck

Die Zahl der Corona-Toten in Schweden ist hoch, das Land hat wenige Intensivbetten, aber trotz laxer Corona-Regeln wachsen die Fallzahlen nicht exponentiell – über Corona-Vorbild Schweden kursieren zurzeit viele Annahmen. Doch stimmen sie? Der große WELT-Check.

Während die Menschen in Deutschland seit Wochen mit strengen Einschränkungen leben, scheint in Schweden das Leben fast normal weiterzugehen, trotz weltweiter Covid-19-Pandemie. Viele fragen sich, wie das möglich ist – und blicken teils neidvoll auf das vermeintliche Corona-Vorzeigeland.

Was ist der schwedische Sonderweg?

Schweden hat sich im Gegensatz zu vielen anderen Ländern und seinen nordischen Nachbarn gegen Lockdown und Quarantäne entschieden. Schulen bis zur Oberstufe, Geschäfte, Restaurants und sogar die Grenzen sind geöffnet, die Straßen belebt und das öffentliche Leben kaum eingeschränkt. Die Bevölkerung ist jedoch dazu aufgerufen, Hände zu waschen, Abstand zu halten, Reisen zu vermeiden und von zu Hause aus zu arbeiten.

Damit ähneln die Maßnahmen den deutschen, in Schweden ist ihre Einhaltung jedoch freiwillig. Ein paar Verbote gibt es: Versammlungen von mehr als 50 Personen und Besuche im Altenheim sind untersagt. Hochschulen sind geschlossen, und Schüler ab der Oberstufe lernen zu Hause.

Ziel der Regierung und des einflussreichen Staatsepidemiologen Anders Tegnell ist eine Herdenimmunität, auch wenn dies nicht so genannt wird. Gleichzeitig sollen Risikogruppen geschützt werden. Dies gelingt jedoch nicht so gut wie erhofft: Jedes dritte Altenheim in der am stärksten betroffenen Region Stockholm verzeichnet mittlerweile Corona-Fälle.

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