Category: Indien

COVID-Impfstoff: „Ich habe mich dagegen entschieden, viel Geld zu verdienen“

Das ganze Interview gibt es auf welt.de
Es erschien ebenfalls übersetzt auf
24heures.ch, La Repubblica, Le Soir, Tdg.com, wyborcza.pl und Luxemburger Wort

Adar Poonawalla leitet den weltweit größten Impfstoff-Hersteller. Das Serum Institute in Indien hat begonnen, eine Milliarde Dosen Covid-Vakzine zu produzieren. Im Interview spricht der 39-Jährige über Pferdeblut – und über Preiserhöhungen in zwei Jahren.

Er ist der Sohn des „Impfstoffkönigs“: Adar Poonawalla, 39, leitet das Serum Institute of India, das sein Vater und Milliardär Cyrus Poonawalla vor 54 Jahren gegründet hat. Das Serum Institute ist gemessen an verkauften Dosen der weltweit größte Impfstoffhersteller und liefert auch in gewöhnlichen Zeiten jährlich etwa 1,5 Milliarden Dosen an 170 Länder. Bereits zu Beginn der Pandemie im April begann Poonawalla, Glasröhrchen für die Massenproduktion vorzubereiten.

Jetzt, da die Welt hungrig nach Impfstoffen ist, sucht Poonawalla nach Möglichkeiten, um seine kostengünstigen Impfstoffe auch im Westen zu verkaufen. Sein Institute arbeitet mit Entwicklern aus anderen Ländern zusammen und will nun zügig eine Milliarde Dosen eines Covid-19-Impfstoffs herstellen. 

WELT: Herr Poonawalla, der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer sowie das US-Unternehmen Moderna haben kürzlich eine Erfolgsrate von über 90 Prozent ihrer Coronavirus-Impfstoffe bekannt gegeben. Das Serum Institute hat einen Vertrag mit dem britisch-schwedischen Impfstoffhersteller Astra Zeneca unterzeichnet, der vorläufige Daten über eine 70-prozentige Wirksamkeit seines Impfstoffs gemeldet hat. Wie kann dieser Impfstoff mit den anderen konkurrieren?

Adar Poonawalla: Wir haben insgesamt fünf Partnerschaften zur Herstellung eines Coronavirus-Impfstoffs, darunter Astra Zeneca und das US-Pharmaunternehmen Novavax. Wir freuen uns sehr über die positiven Ergebnisse von Astra Zeneca, insbesondere weil die Impfstoffdosen im Kühlschrank aufbewahrt werden können. Logistisch erleichtert dies den Transport erheblich, da man keine Tiefkühltruhen benötigt. Sie müssen nicht bei minus 60 oder 70 Grad aufbewahrt werden.

Das ganze Interview gibt es auf welt.de

Indien: Der mächtigste Player im globalen Kampf um den Impfstoff

Bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs liefern sich China, USA, Russland und Europa ein Wettrennen. Es geht um internationales Ansehen und um Einfluss. Wer auch immer sich vorne sieht: An Indien kommt niemand vorbei. Das Land ist der mächtigste Akteur in diesem Kampf. 1

„Ich bin der festen Überzeugung: Impfstoffe, Tests und Medikamente müssen weltweit verfügbar, bezahlbar und zugänglich sein“, erklärte Angela Merkel bei einer Covid-19-Geberkonferenz im Juni. Auch Chinas Präsident Xi Jinping sagte, sein Land werde einen Impfstoff als „globales öffentliches Gut“ zur Verfügung stellen.

Alles leere Worte? Längst ist ein globaler Machtkampf um die Entwicklung eines Impfstoffs ausgebrochen. Er erinnert an den Wettstreit, welches politische System zuerst die Mondlandung schafft. Denn: Wer als erstes seine Bevölkerung immunisieren kann, gewinnt international an Prestige und kann früher als andere seine Wirtschaft öffnen. Anstatt globaler Solidarität und Bevorzugung der Bedürftigsten zeigt sich eine Art „Impf-Nationalismus“ und ein Verteilungskampf um die vielversprechendsten Impfstoffe, noch bevor klinische Tests abgeschlossen sind.

Derzeit sind weltweit mehr als 155 Covid-Impfstoffe in Entwicklung, 23 davon werden an Menschen getestet. In Russland werden Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung im staatlichen Fernsehen gezeigt. Es sollen bereits zwei Testrunden an Soldaten stattgefunden haben. Auch in China soll Ende Juni ein eigener Impfstoff für das Militär zugelassen worden sein.

Den ganzen Text gibt es auf welt.de