Kampf gegen Corona in Asien: Erfolg dank Datenzugriff

Dieser Text erschien zuerst auf dw.com

Ohne Handy kommt man nicht in den Supermarkt: Singapur und Südkorea setzen auf die extensive Nutzung der Daten von Bürgern gegen die Verbreitung von COVID-19. Im Westen will man eher Daten- statt Virenschutz.

Jeden Abend bekommt Janine Dietzel eine SMS der Regierung mit dem Inhalt, dass keine neuen Corona-Fälle registriert wurden. Seit ein paar Wochen sind in Singapur keine lokal verbreiteten COVID-19-Fälle mehr aufgetreten. Dietzel fühlt sich sicher, sie kann sich nicht anstecken. Doch das Sicherheitsgefühl hat eine Kehrseite: “Ich habe keine andere Wahl, als mich den vielen Regeln zu fügen”, sagt sie der DW am Telefon.

Die Regeln fangen an, sobald sie ihre Wohnung in Singapur verlässt. Ihr Handy ist dann immer voll aufgeladen, denn sie braucht es, um sich frei bewegen zu können. “Ich muss mich überall ein- und auschecken.” Wie oft sie ihr Handy zücken muss, erklärt Dietzel am Beispiel eines Besuchs im Einkaufszentrum. Sie scannt es zuerst am Haupteingang, als nächstes, wenn sie drinnen einen der Läden betritt, wenn sie diesen wieder verlässt, und zuletzt, wenn sie aus dem Gebäude wieder auf die Straße hinausgeht. 

Wenn sie also die Shopping Mall und darin vier Geschäfte besucht, wurden ihre Daten zehn Mal gespeichert. “Selbst bei einem kleinen Takeaway-Stand auf dem Markt muss ich mich scannen lassen”, erzählt die Deutsche, die seit drei Jahren in Singapur lebt.

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Terror in Wien: “Schleich di, du Oaschloch!”

Hubschrauber kreisen über Wien, die Stadt ist geisterhaft leer. Im Schock. Nicht nur die Gegend rund um die Tatorte ist still. Viele Geschäfte sind geschlossen – obwohl sie trotz Lockdown geöffnet sein dürften. Wer den Terroranschlag erlebte, sucht nach Antworten.

Die Gegend rund um den Schwedenplatz und das belebte Ausgehviertel „Bermudadreieck“ wirkt am Morgen nach dem Terroranschlag in Wien wie ausgestorben. Kein Vergleich zu Montagabend, wo sich Menschen bei frühlingshaften Temperaturen genau hier trafen, um in den Restaurants und Bars ein letztes Mal vor dem Lockdown beisammen zu sein.

Nun ist diese Gegend abgeriegelt, schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten stehen rund um die Seitenstettengasse, wo sich die Synagoge Stadttempel befindet. Dort fielen am Montagabend gegen 20 Uhr die ersten Schüsse.

„Ich sah einen schwer bewaffneten Angreifer, der auf die Menschen in den Bars und Restaurants schoss. Meine Familie und ich entfernten uns vom Fenster, und ich rief die Polizei“, erzählt Schlomo Hofmeister am Dienstagvormittag WELT unweit der Synagoge.

Hofmeister ist Gemeinderabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Von einem antisemitischen Motiv geht er nicht aus. Die Synagoge war zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen. Eher hätten die Täter die warme, letzte Nacht vor dem Lockdown genutzt, um möglichst viele Leute in dem Ausgehviertel zu treffen. Denn ab 20 Uhr am Dienstagabend gilt in Österreich eine Ausgangssperre.

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Generation Freiheit

Zehntausende meist junge Menschen, die sich mit Regenschirmen und Gasmasken schützen; ihnen gegenüber eine Wand aus Polizisten, Wasserwerfer feuern auf die Demonstranten. Diese Bilder der vergangenen Tage erinnern an Hongkong, sie stammen aber aus Bangkok. Dort formt sich seit Monaten eine junge Demokratiebewegung, die den Rücktritt der militärnahen Regierung und von König Rama X. fordert.

Seit Tagen protestieren Menschen trotz Versammlungsverboten in Bangkok und anderen Städten. Die jungen Thais werden dabei auch von der Hongkonger Protestbewegung unterstützt. Und die Reaktion der thailändischen Regierung unter Ex-General Prayuth Chan-ocha erinnert an jene der kommunistischen Führung Chinas. Zuletzt wurden die Anführer der Bewegung festgenommen, Medien im Land zensiert und Haftstrafen für monarchiekritische Social Media Posts verhängt. 

Eine klare Stellungnahme Deutschlands, wo der thailändische König sich meistens aufhält, bleibt bisher aus. Doch wenn der Autoritarismus in Thailand siegt, dann wird laut Experten auch der Einfluss Chinas im Land und in der Region wachsen.

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Atommacht für immer – die große Furcht der Kim-Dynastie

Seit Monaten laufen die Vorbereitungen: Auf Satellitenbildern sind Hunderte Fahrzeuge, Truppen in Formation und neu errichtete Gebäude für Panzer, Militärfahrzeuge und mutmaßlich auch Raketen-Rampen zu sehen. Sogar der Kim-Il-Sung-Platz wurde auf einem Trainingsgelände nachgebaut, um die große Militärparade möglichst realistisch einzustudieren.

Am 10. Oktober feiert Nordkorea den 75. Gründungstag der regierenden Partei – und das Großereignis soll perfekt über die Bühne gehen.

Am Wochenende könnte Machthaber Kim Jong-un daher auch wieder Raketen und möglicherweise sogar eine neue Waffe präsentieren. Dies würde verdeutlichen, dass die Verhandlungen mit den USA im vergangenen Jahr zu nichts geführt haben. Experten glauben ohnehin, dass selbst erfolgreiche Gespräche niemals zu vollständiger atomarer Abrüstung führen werden.

Solange die Kim-Dynastie an der Macht ist, so die Annahme, werde Nordkorea immer eine Atommacht bleiben. Denn das Regime hat eine große Furcht: so zu enden wie Staaten, die ihre Atomwaffen abgegeben haben. 

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Auf eine Pizza in Pjöngjang

Eine Youtuberin namens Un A soll das kommunistische Nordkorea für den Westen weltoffen und wohlhabend präsentieren. Dafür geht sie essen, einkaufen und joggen. Eine Strategie, die bei einigen durchaus aufgeht. Experten haben eine Erklärung.

Un A steht in einem riesigen Konzertsaal, hinter ihr strömen Hunderte junge Menschen mit Mundschutz in Richtung Bühne. „Ich weiß nicht, ob es bei euch auch ‚Youth Day‘ gibt, aber bei uns ist er eines der aufregendsten Ereignisse“, ruft sie und beklatscht die bunt gekleidete Tanzgruppe, die auch beim Eurovision Song Contest auftreten könnte. Die junge Frau mit dem Kurzhaarschnitt lebt nicht in Europa, sondern in Pjöngjang. Un A ist Nordkoreas erste englischsprachige YouTuberin.

Der Kanal „Echo of Truth“, auf dem ihre Beiträge laufen, hat nichts mehr mit Aufnahmen von steifen Militärparaden gemein oder der Staatspropaganda mit 80er-Jahre-Flair, für die die Diktatur bisher bekannt war. In ihren Videos mit Titeln wie „What’s up Pyongyang?“ isst sie Pizza, geht joggen, oder in einen Freizeitpark.

Ihre Landsleute erreicht sie damit nicht, in Nordkorea ist der Zugang zum Internet der Elite vorbehalten. Doch das ist auch gar nicht das Ziel: Un A soll, in fließendem Englisch, junge Menschen im Ausland ansprechen und ihnen ein Nordkorea zeigen, das durch Menschlichkeit und Harmonie überzeugt.

Die kommunistische Diktatur experimentiert bereits seit einigen Jahren mit sozialen Medien. In den letzten Wochen jedoch haben die Beiträge von Un A und anderen jungen Moderatorinnen stark zugenommen. Sie präsentieren Nordkoreas vermeintlichen Alltag und sollen aus dem Westen stammende „Fake News“ über ihr Land entlarven.

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