Brauchen wir diesen Gedenktag?

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Erstmals gibt es einen nationalen Gedenktag zu Flucht und Vertreibung. Selbst manche Vertriebene halten das nicht für sinnvoll.

Tote Flüchtlinge im Meer, am Strand, vor dem Bundeskanzleramt. Die Nachrichten über die Geschichten der Menschen, die auf der Suche nach Schutz, Frieden und einem besseren Leben in Europa sterben, hören nicht auf. Mitten in Berlin haben erst in dieser Woche Polit-Aktivisten die Beerdigung einer ertrunkenen Syrerin auf einem Friedhof inszeniert. Am Sonntag wollen sie ein Massengrab vor dem Bundeskanzleramt ausheben.

In Deutschland wird nun erstmals ein nationaler „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ begangen. Das Datum, der 20. Juni, ist kein Zufall, sondern der Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen. Man wolle, findet das Bundesinnenministerium, „das Flüchtlingsgedenken um das Schicksal der Vertriebenen erweitern“.

Die Vertriebenen, das sind die Deutschen, die vor 70 Jahren nach Kriegsende aus den alten deutschen Gebieten in den Westen fliehen mussten. Am neuen Gedenktag wird laut Bundesregierung “insbesondere der deutschen Vertriebenen gedacht“ – insbesondere der deutschen Vertriebenen?

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Gedenken an Flüchtlinge und Vertriebene: „Der Vorbehalt bröckelt immer mehr“

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Kann man Vertriebenen und Flüchtlingen gleichzeitig gedenken? Ja, sagt der Historiker Stephan Scholz, denn schon jetzt gibt es ein Gefühl der Verbundenheit.

taz: Herr Scholz, an diesem Samstag begeht Deutschland zum ersten Mal einen bundesweiten Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Warum jetzt?

Stephan Scholz: Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat noch vor fünf Jahren gesagt, wir bräuchten keinen bundesweiten Gedenktag für Flucht und Vertreibung. Es gibt ja bereits den Volkstrauertag, der aller Kriegsopfer gedenkt. Aber seit 1996 gibt es am 27. Januar den Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Gut möglich, dass deshalb der neue bundesweite Gedenktag für Flüchtlinge und Vertriebene ebenfalls aus dem Volkstrauertag ausgekoppelt wurde.

Kommt dieser Tag zu spät?

Ein bundesweiter Gedenktag wurde seit 2001 vom Bund der Vertriebenen (BdV) gefordert. Dabei gibt es schon einen ähnlichen Gedenktag, den „Tag der Heimat“ im September, aber eben nicht in staatlicher Regie. Die ehemalige BdV-Vorsitzende Erika Steinbach verfolgte mit der Verstaatlichung des Tages geschichtspolitische Ziele.

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Shitstorms im Internet

Shitstorms, Mobbing, Rassismus, Sexismus und Stalking sind strafbar und durch Gesetze verboten. Spielen sich diese Straftaten online ab, scheinen alle Regeln außer Kraft gesetzt. Das muss sich ändern. Aber wie?

Typing on a Laptop

Wer im Internet eine starke Meinung vertritt, wird oft Opfer von gewaltvoller Kommunikation bis hin zu Shitstorms. Anzeige erstattet fast niemand, denn das Netz wird von vielen immer noch als „rechtsfreier“ Raum betrachtet in dem alles nicht so „echt“ scheint wie in einem analogen Umfeld. Dabei leben wir schon lange nicht mehr in zwei Welten. Mobbing und Harrassment tun online genauso weh wie offline, denn hinter jedem Computer sitzt (meist) ein Mensch. Brauchen wir neue Gesetze für das Internet oder reichen die alten? Und was passiert mit der Meinungsfreiheit, wenn der Staat härter im Netz durchgreift?

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Malte Spitz: “Big Data is watching you”

“Was macht ihr mit meinen Daten?” – Malte Spitz fragt bei Mobilfunkanbietern, Fluggesellschaften und Ämtern nach und legt die Grundlagen eines (möglichen) Überwachungsstaats offen.

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Spätestens seit Beginn des von Edward Snowden enthüllten Überwachungsskandals ist Datenschutz ein Thema. Doch die Diskussion bewegt sich meist auf theoretischer Ebene. Der Politiker und Bürgerrechtler Malte Spitz erkundet in seinem ersten Buch “Was macht ihr mit meinen Daten?” was es praktisch bedeutet, wenn Daten gespeichert und ausgewertet werden. Er hakte bei alltäglich genutzten Diensten wie Mobilfunkanbietern und Krankenkassen nach und warnt vor den Gefahren für die persönliche Freiheit jedes Einzelnen durch die zunehmende Verdatung unserer Handlungen.

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Studium Digitale per MOOC

Mit einigen MOOCs lassen sich jetzt ECTS-Leistungspunkte sammeln. Das fordert das traditionelle Universitätsmodell aus Anwesenheitspflicht und festem Lehrplan heraus.

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Verschulte, vorgefertigte Bachelor- und Masterstudiengänge lassen heute wenig Raum für individuelle Persönlichkeitsbildung. Ergänzende Online-Kurse – oder MOOCs – zur Verfolgung eigener akademischen Interessen werden immer beliebter, waren bisher aber nicht vom Hochschulsystem anerkannt. Das ändert sich jetzt in Europa. Werden wir uns bald ein Studium digital selbst zusammenstellen können?

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