Freizeitpark im Nordirak: Komm mit ins Majidi-Land!

 

Photo: Ariana Dongus

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Die eigenen Sorgen vergessen – wenn auch nur ein paar Achterbahnfahrten und Popcorntüten lang. In einem Freizeitpark im Nordirak trotzen kriegsgebeutelte Iraker dem Drama ihres Landes.

Ayeth balanciert in der Mitte einer sich rasend schnell drehenden Scheibe. Mit einer Hand klammert sich der 15-Jährige an die Schulter seines Cousins, mit der anderen hält er das Handy hoch über seinen Kopf und filmt den wilden Ritt.

Aus Lautsprechern dröhnt arabischer Pop, bunte Lichter flackern. Nach ein paar Minuten ist die Schleuderfahrt zu Ende, Ayeth springt von der Scheibe und rennt zu Mutter und Schwester. “Nicht hingefallen!”, sagt er stolz.

Irak, ein Land im Bürgerkrieg? Im “Majidi Land”, einem Vergnügungspark in Arbil, der Hauptstadt des kurdischen Autonomiegebiets im Nordirak, scheint dies an diesem Freitagabend weit weg.

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Was hilft gegen IS-Propaganda im Netz? Terror-Satire liken und teilen

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Wie wehrt man sich gegen IS-Propaganda im Internet? Mit Humor, sagen Islamwissenschaftler und deutsch-muslimische Satiriker auf der re:publica in Berlin. Und vor allem auch, indem man Terrorismus-Satire likt und teilt.

Im Januar trauten „Beliebers“ ihren Augen nicht als unter dem Hashtag #JustinBieber ein Exekutions-Video auf Twitter auftauchte. Der selbsternannte „Islamische Staat“ hatte den Erfolgs-Hashtag an einen Link zu einem Rekrutierungsvideo geklebt in der Hoffnung ein paar der rund 70 Millionen meist jugendlichen Follower des Bieber-Kanals für den Dschihad zu begeistern.

Für IS-Kämpfer dient der Westen als Feindbild, sie nutzen für ihre Zwecke jedoch genau die Mechanismen westlicher Popkultur. So erreichen sie Jugendliche, die im Internet womöglich nach Sinn suchen und sich konkreten Rat für ihr Leben erhoffen. Der IS ist mit Videos, Fotos, Info-Seiten zur Stelle. Und die erreichen ihr Publikum auch dadurch, dass Medien die Inhalte teilen – zwar zu Demonstrationszwecken und mit journalistischer Distanz. Aber so verbreitet sich die Propaganda.

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