„Böse Rollen sind viel freier“

Dieser Beitrag erschien zuerst in der taz.am wochenende vom 25./26. Juli 2015 und auf taz.de

Achtmal hat Florian Bartholomäi im „Tatort“ schon den Mörder gespielt. Reizt das? Ein Gespräch über fiese Rollen und die Grenzen der Moral.

taz.am wochenende: Herr Bartholomäi, als Schauspieler haben Sie im Tatort Menschen ertränkt, geschubst, erwürgt, vergewaltigt, vergiftet, erschlagen und erstochen. Immer sind Sie der Mörder.

Florian Bartholomäi: Nicht immer.

Schon acht Mal.

Mir fällt gerade auf: Ich habe noch nie jemanden erschossen.

Würden Sie gerne?

Auf jeden Fall! Ich würde auch gern mal erschossen werden.

Sie sehen total harmlos aus. Wieso werden Sie so oft als Mörder gebucht?

Es hat damit angefangen, dass man mir eine Rolle als der typische Opfer-Täter anbot. Der Typ, der nur „aus Versehen“ jemanden umbringt, der normal aussieht und dem man nichts Schlimmes zutraut. Ich habe aber auch schon durch und durch böse Typen gespielt. Ich bin unsicher, weshalb mein filmisches Strafregister solche Ausmaße angenommen hat. Vielleicht ist es ja gerade spannend, wenn der Mörder nicht aussieht wie der typische Bösewicht.

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Gedenken an Flüchtlinge und Vertriebene: „Der Vorbehalt bröckelt immer mehr“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf taz.de

Kann man Vertriebenen und Flüchtlingen gleichzeitig gedenken? Ja, sagt der Historiker Stephan Scholz, denn schon jetzt gibt es ein Gefühl der Verbundenheit.

taz: Herr Scholz, an diesem Samstag begeht Deutschland zum ersten Mal einen bundesweiten Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Warum jetzt?

Stephan Scholz: Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat noch vor fünf Jahren gesagt, wir bräuchten keinen bundesweiten Gedenktag für Flucht und Vertreibung. Es gibt ja bereits den Volkstrauertag, der aller Kriegsopfer gedenkt. Aber seit 1996 gibt es am 27. Januar den Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Gut möglich, dass deshalb der neue bundesweite Gedenktag für Flüchtlinge und Vertriebene ebenfalls aus dem Volkstrauertag ausgekoppelt wurde.

Kommt dieser Tag zu spät?

Ein bundesweiter Gedenktag wurde seit 2001 vom Bund der Vertriebenen (BdV) gefordert. Dabei gibt es schon einen ähnlichen Gedenktag, den „Tag der Heimat“ im September, aber eben nicht in staatlicher Regie. Die ehemalige BdV-Vorsitzende Erika Steinbach verfolgte mit der Verstaatlichung des Tages geschichtspolitische Ziele.

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Bookmate: Soziales Lesen in Schwellen- und Entwicklungsländern

Der digitale Social-Reading-Dienst Bookmate konzentriert sich auf Entwicklungsländer in denen große Player noch nicht aktiv sind.

Bookmate CEO Simon Dunlop während seines Vortrags auf der Frankfurter Buchmesse.

Bookmate CEO Simon Dunlop während seines Vortrags auf der Frankfurter Buchmesse.

Auf der Welt gibt es mehr Mobiltelefone als Menschen. Vor allem in Entwicklungsländern sind Handys oft der einzige persönliche Computer. Der digitale Social-Reading-Dienst Bookmate konzentriert sich auf Länder in denen große Unternehmen wie Amazon noch nicht aktiv sind.

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Crowdfunding für Bücher: Wenn der Leser zum Verleger wird

Die Self-Publishing- und Crowdfunding-Plattform Pentian bezahlt nicht nur Autoren, sondern belohnt Unterstützer erfolgreicher Buchprojekte mit einem Teil der Tantiemen. Dieses System soll das Verlagswesen revolutionieren.

Pentian CEO Enrique Parrilla während der Frankfurter Buchmesse 2014.

Pentian CEO Enrique Parrilla während der Frankfurter Buchmesse 2014.

Pentian kombiniert zwei große Trends: Self-Publishing und Crowdfunding. Autoren können ihre Bücher selbst veröffentlichen und in direkten Austausch mit ihren Lesern treten, bevor Buchproduktionskosten entstehen. Unterstützer von erfolgreichen Projekten bekommen einen Teil der Tantiemen. Pentians CEO Enrique Parrilla sprach auf der CONTEC 2014 über Crowdfunding im Verlagswesen, weshalb Leser die besseren Verleger sind und den Einfluss der Digitalisierung auf die Branche.

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EDITION F: “Unternehmen sollten ihre Zielgruppe ernst nehmen”

EDITION F ist eine neue digitale Business-Lifestyle-Plattform für Frauen. Wir trafen die beiden Gründerinnen im Kreuzberger Coworking-Space Betahaus.

EDITION F

Beauty, Fashion, Gossip. Produkte für Frauen mit pinkem Anstrich. Stereotype. Dieses Modell hat lange ausgedient. Das meinen zumindest Susann Hoffmann und Nora Wohlert, die Gründerinnen von EDITION F, einer neuen digitalen Business-Lifestyle-Plattform für Frauen. Ein Gespräch über die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe, Journalismus und darüber, warum integrierte Produkte die Zukunft sind.

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