Hoffen auf Likes

Julia und Albina sind Blogger und Influencer. Mehrmals die Woche schicken ihnen Modemarken umsonst Klamotten, Schuhe und Schminke. Diese sollen Julia und Albina auf Snapchat, Instagram und ihrem Blog „authentisch“ präsentieren und dafür möglichst viele Likes von ihren Fans sammeln. Das Handy legen sie selten aus der Hand, jeder Moment wird auf unterhaltsame Art gepostet und geteilt. Doch während Julia bereits über 20,000 Follower zählt, steht Albina mit knapp über 1000 Fans noch am Anfang. Gemeinsam dokumentieren sie ihren Alltag.

Dieser Film wurde gemeinsam mit Charlotte Schönberger produziert und erschien zuerst auf ze:tt

Bureaucrazy – App gegen Ämter

Formulare, ungeklärte Zuständigkeiten, Behördendeutsch. Die syrischen Brüder Munzer und Mohammad Khattab sind seit einem Jahr in Deutschland. Seit ihrer Ankunft versuchen sie, sich in den Wirren der deutschen Bürokratie zurecht zu finden.

Eine App soll helfen. Die Brüder haben sie programmiert, auch damit andere Neuankömmlinge es leichter haben. „Bureaucrazy“ übersetzt Behördendokumente und hilft bei der Orientierung im Berliner Behörden-Wirrwarr. Programmieren haben sie an der ReDi-School gelernt. Das Berliner StartUp will Geflüchtete in die IT-Branche vermitteln. Die App der Khattab-Brüder ist noch nicht auf dem Markt – bisher fehlt die Finanzierung.

Wer „Bureaucrazy“ unterstützen möchte, kann das hier tun: http://bit.ly/2bsa8vh

Ein Film von Christina zur Nedden und Gesa Steeger.

Kamera: Philipp Meise
Montage: Olaf Voigtländer

Putzen und Essen ausfahren mit Uni-Abschluss

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Berliner Morgenpost vom 7. März 2016 und auf morgenpost.de

Von Jobs bei  Dienstleistern  wie „Foodora“ und „Helpling“ versprechen sich Berliner Flexibilität. Das hat aber auch Nachteile.

Berlin in diesen Tagen: Draußen stürmt es, in der Chausseestraße in Mitte hat jemand Lust auf einen Burger. Zwei, drei Klicks, und das Essen aus dem Lieblingsrestaurant ist übers Smartphone nach Hause bestellt. Das ist der Startschuss für Syazwan Khairi. Er steigt auf sein Rennrad, öffnet die App auf seinem Handy, akzeptiert den Auftrag für die Bestellung und fährt los.

In 15 Minuten muss er beim Restaurant am Hackeschen Markt sein, das gleichzeitig Burger und Pommes brutzelt. Er schafft es pünktlich, verstaut die Lieferung in seinem Rucksack, wischt über die App – „Bestellung abgeholt“ – und rast los zum Kunden. Zehn Minuten, um in die Chausseestraße zu kommen, das sind zweieinhalb Kilometer. Kein Problem für Khairi. Zwischendurch ein Blick aufs Handy, links oder rechts? Der Bildschirm ist nass vom Regen. Zwei Minuten bis zur Deadline: Khairi findet die Wohnung nicht. Vorderhaus? Hinterhaus? Welcher Stock? Am Ende ist er vier Minuten zu spät. Ein Mann in Jogginghose öffnet die Tür. Er wirkt entspannt, reicht Khairi ein paar Münzen. „Drei Euro Trinkgeld – so was gibt’s nur in Prenzlauer Berg“, sagt er und strahlt.

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