So verdienen zwei Berliner Instagrammerinnen mit ihrem Hobby Geld

Dieser Beitrag erschien zuerst auf ze.tt

Albina Haxhimusa und Julia Dalia haben ein Ziel: eines Tages vom Bloggen zu leben. Dafür sind sie bereit, viel zu opfern. Auch ihre Leben offline – abseits von Snapchat und Instagram.

Julia formt ihre Lippen zu einem Kussmund und schaut in ihre Smartphone-Kamera. Sie drückt auf den Auslöser. Unzählige Selfies entstehen, bis sie mit einem zufrieden ist. Das Foto muss gut sein – schließlich wird sie dafür bezahlt. Für großen Modemarken sind Influencer, also Menschen die mit ihren Social-Media-Kanälen viele Leute erreichen, gute Werbeträger*innen. So wie Julia mit ihren mehr als 20.000 Followern auf Instagram.

Julias Freundin Albina ist auch auf Instagram aktiv, will ihre Fotos ebenfalls zu Geld machen. Doch die Firmen interessieren sich oft nur für Julia, auch wenn die beiden das Blog musasmusas zusammen betreiben. Denn Albina folgen nur 1000 Fans. Wir haben die beiden einen Tag lang begleitet.

Putzen und Essen ausfahren mit Uni-Abschluss

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Berliner Morgenpost vom 7. März 2016 und auf morgenpost.de

Von Jobs bei  Dienstleistern  wie „Foodora“ und „Helpling“ versprechen sich Berliner Flexibilität. Das hat aber auch Nachteile.

Berlin in diesen Tagen: Draußen stürmt es, in der Chausseestraße in Mitte hat jemand Lust auf einen Burger. Zwei, drei Klicks, und das Essen aus dem Lieblingsrestaurant ist übers Smartphone nach Hause bestellt. Das ist der Startschuss für Syazwan Khairi. Er steigt auf sein Rennrad, öffnet die App auf seinem Handy, akzeptiert den Auftrag für die Bestellung und fährt los.

In 15 Minuten muss er beim Restaurant am Hackeschen Markt sein, das gleichzeitig Burger und Pommes brutzelt. Er schafft es pünktlich, verstaut die Lieferung in seinem Rucksack, wischt über die App – “Bestellung abgeholt” – und rast los zum Kunden. Zehn Minuten, um in die Chausseestraße zu kommen, das sind zweieinhalb Kilometer. Kein Problem für Khairi. Zwischendurch ein Blick aufs Handy, links oder rechts? Der Bildschirm ist nass vom Regen. Zwei Minuten bis zur Deadline: Khairi findet die Wohnung nicht. Vorderhaus? Hinterhaus? Welcher Stock? Am Ende ist er vier Minuten zu spät. Ein Mann in Jogginghose öffnet die Tür. Er wirkt entspannt, reicht Khairi ein paar Münzen. “Drei Euro Trinkgeld – so was gibt’s nur in Prenzlauer Berg”, sagt er und strahlt.

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“CoHousing” – Eine eigene Wohnung und WG-Leben zugleich

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Berliner Morgenpost vom 10.Juli 2015 und online auf morgenpost.de

In der Spree-WG leben 21 Bewohner in Ein- bis Dreizimmerwohnungen, teilen sich aber einen Gemeinschaftsbereich: „CoHousing“ in Berlin.

Axel Schmidt steht auf der Dachterrasse und blickt auf die Spree. Gerade eben hat der Fotograf noch in der Werkstatt im Erdgeschoss Bretter zu Blumenkästen zusammengeschraubt. Auf den Beeten des Flachdachs soll Gemüse für alle Bewohner wachsen. Er schaut in das angrenzende, verglaste Loft. Dort unterbricht ein Mann sein Gitarrenspiel und winkt ihm zu. “Hier kennt jeder jeden. Man fühlt sich ein bisschen wie auf einem Dorf – nur sind wir mitten in Berlin.”

Zwei Stockwerke tiefer versammelt sich die Spree-WG zum Abendessen in der Gemeinschaftsküche. Es gibt Hirse mit gebackenem Gemüse. Dazu Wasser aus Karaffen, keinen Alkohol. Am langen Holztisch, der mit frischen Blumen geschmückt ist, sitzt eine bunt gemischte große Familie, wie sich die Runde selbst nennt. Zehn von 21 Bewohnern sind es heute. Sie haben sich am Vortag auf einer Tafel am Kücheneingang eingetragen. Jeden Abend kocht einer, der gerade Zeit und Lust hat. Die Einkäufe werden aus der Gemeinschaftskasse bezahlt.

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Wohnen auf der Schmutzspree

Immer wenn es regnet pumpen die Berliner Wasserbetriebe unverdünntes Abwasser in die Spree. Das bemerkt fast niemand. Außer man wohnt auf dem Wasser.

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Das weiße Boot wiegt sich sanft auf einer mit Damenbinden, Kondomen und Müll gespickten braunen Brühe. Hinter der Oberbaumbrücke mit den hübschen russischen Ziertürmchen versinkt die Sonne orangefarben in der glitzernden Spree. Die Gäste des Eastern Comfort Hostelsschiffs genießen das Hauptstadtpanorama bei einem Drink auf Deck. Wenn man sich die Nase zuhält und nicht aufs Wasser schaut ist die Szenerie perfekt.

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